Sprachenpolitik in Europa: Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen (GER)
Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen (GER) stand im Mittelpunkt eines Sprachenpolitischen Forums, das der Europarat 2007 vom 6. bis 8. Februar in Strassburg veranstaltet hat. Über 230 Vertreter der 46 Mitgliedsstaaten wurden eingeladen, um den bisherigen Einsatz und den Einfluss des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) im Bereich der sprachlichen Ausbildung in Europa unter die Lupe zu nehmen und Empfehlungen für die Zukunft vorzuschlagen. Dr. Waldemar Martyniuk von der Jagiellonen Universität in Krakow, Polen, hat die Konferenz besucht und der SPRACHEN & BERUF Newsletter-Redaktion über erste Ergebnisse berichtet.
Dr. Waldemar Martyniuk wird am Dienstag, dem 17. April, die 6. SPRACHEN & BERUF mit einer Keynote eröffnen. Er wird zum Europäische Referenzrahmen für Sprachen und der Sprachenpolitik des Europarates referieren. |
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Sprachen & Beruf: Können Sie einschätzen, in welchem Umfang sich der CEFR als europäisches Normierungsinstrument durchgesetzt hat? Dr. Waldemar Martyniuk: „Die Grundlage für die dreitägige Veranstaltung lieferten die Ergebnisse einer Umfrage zur Anwendung des GER in den Mitgliedsstaaten des Europarates, die von der Abteilung für Sprachenpolitik des Europarates im Frühjahr 2006 durchgeführt wurde. Die Ergebnisse der Umfrage zeigten, das sich der GER bereits in den meisten europäischen Staaten als wichtiges Referenzinstrument in der Entwicklung von Curricula, der Lehreraus- und -fortbildung sowie der Beurteilung und Messung der Ergebnisse durchgesetzt hat. Die meisten Staaten nehmen Bezug auf den GER in ihren offiziellen Verordnungen und Dokumenten.“ Sprachen & Beruf: Wo sehen Sie derzeit das größte Potenzial des CEFR bzw. wo sollte noch verstärkt um Akzeptanz geworben werden? Dr. Waldemar Martyniuk: „Das größte Potenzial des GER liegt darin, die grundlegenden Prinzipien des übergreifenden Konzepts einer modernen Ausbildung zur Mehrsprachigkeit zu liefern, um den Herausforderungen der aktuellen sozialpolitischen Veränderungen in Europa entgegenzukommen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Vermittlung des GER an die vorgesehenen Zielgruppen wie zum Beispiel an Lehrer weiterhin nicht einfach ist, dass etliche Ergänzungen notwendig wären und dass die Funktion und der Status des GER einer weiteren Präzisierung bedürfen. Allzu oft wird das Instrument als vorgeschriebene Norm interpretiert und ausschließlich auf den Satz den Niveaubeschreibungen reduziert.“ Sprachen & Beruf: Gibt es konkrete Pläne, wie der Einsatz in der Praxis künftig besser unterstützt werden kann? Dr. Waldemar Martyniuk: „Der effektive Einsatz des GER in den verschiedenen Kontexten der sprachlichen Ausbildung soll durch weitere Aufklärungsarbeit, bessere Lehrerausbildung, Entwicklung von Trainingsmaterial und Anleitungen für bestimmte Zielgruppen, sowie grenzübergreifende Zusammenarbeit und Austausch erleichtert werden. Die Verantwortungen, die mit einem effektiven Einsatz des GER verbunden sind und dadurch entsprechende Qualität der sprachlichen Ausbildung absichern und überprüfen sollen, müssen verteilt werden: die lokalen Initiativen sollen mit nationalen Maßnahmen gefördert und von internationalen Expertengruppen unterstützt werden, zum Beispiel mithilfe einer multimedialen und multifunktionale Plattform zum Austausch von Expertise und Erfahrung. Der Europarat kann dabei die Rolle eines engagierten und richtungweisenden Vermittlers übernehmen.“ Sprachen & Beruf: Herr Martyniuk, vielen Dank! |
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Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen (GER) Informationen und Dokumente zum Forum: European Language Portfolio: |
