Transparent, konkret und messbar –
Business Communication bei Henkel

„Innovation takes years of work“ – diese Maxime gilt auch für das Bildungsmanagement von Henkel. Der Konzern setzt heute nicht nur auf seine jahrelange Erfahrung, sondern auch auf innovative Konzepte, um Mitarbeiter optimal für die internationale Zusammenarbeit zu rüsten. Dezidierte Planungsgrößen, die das Training transparent, konkret und messbar machen, seien dabei unabdingbar, so Gabriele Eilert-Ebke, Bildungsmanagerin bei Henkel. Im Rahmen der Podiumsdiskussion „Qualitätssicherung – Was bringt uns das?“ am 23. April stellt das Unternehmen seine Strategie zur Prozesssteuerung und Evaluation vor.

Eine maßgeschneiderte Fortbildung, zugeschnitten auf das jeweilige Anforderungsprofil: so lautet die Maßgabe für die sprach- und interkulturellen Trainings bei Henkel. Dahinter steht nicht weniger als ein Paradigmenwechsel, der von der normativen Sprachvermittlung hin zur effektiven, prozessorientierten Kommunikationskompetenz führt. Ob Standards wie Deutsch als Fremdsprache, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch oder in Einzelfällen auch Chinesisch oder Russisch: Mit seinem an klaren Planungsgrößen orientierten Ansatz und seiner speziellen Kommunikations – und Sprachtrainerfortbildung (CLTC-C) habe das Unternehmen im Verbund mit Bosch, 3M und Skylight Maßstäbe für den deutschsprachigen Raum gesetzt, sagt Gabriele Eilert-Ebke.

80 Prozent des Kommunikationsbedarfs bei Henkel seien intern, so die Bildungsmanagerin. Daher gelte es, die Kommunikation mit Kollegen in verbundenen Unternehmen weltweit optimal zu unterstützen. Der Bedarf dafür wird jeweils individuell eruiert. „Wir versuchen zunehmend, die Vorgesetzten beim Kursdesign mit in die Planungs- und Evaluationsschleife zu nehmen. Dabei rufen wir zu allererst solche Planungsgrößen ab, mit denen wir feststellen können, welche kommunikativen Fertigkeiten ein Stellenprofil erfordert und zwar zunächst unabhängig von der Person, die die Stelle bekleidet.“ Welches sind aber die typischen und wichtigsten Kommunikationsfertigkeiten, bei denen Fremdsprache oder Vielsprache zum Tragen kommt? Welche werden künftig erforderlich sein und was muss geschehen, um diese Stelle adäquat ausfüllen zu können – all dies sind Fragen, die es hierbei zu klären gilt. „Dazu brauche ich Kann-Beschreibungen, die dann mit dem Stellenprofil gematcht werden.“ Henkel stützt sich dabei auf das Common European Framework of Reference for Language Learning and Teaching (CEFR) mit so typischen Kannbeschreibungen wie

  • Kann Termine telefonisch vereinbaren
    • Kann E-Mails zum schnellen Informationsaustausch verschicken
    • Kann an Besprechungen teilnehmen und Ergebnisse festhalten
    • Kann in Präsentationen Sachverhalte und Lösungsansätze vorstellen und erörtern

    Diese Redeanlässe werden den jeweiligen Feldern der CEF- Matrix zugeordnet, die sich aus sechs aufeinander aufbauenden Sprachniveaustufen und vier Sprachfertigkeiten ergibt. Auf Grundlage dieses Rasters können dann sowohl das IST - der gegenwärtige Stand der fremdsprachlichen Fertigkeiten (E-Placement und Interview) - als auch das SOLL – die sprachlichen Anforderungen der Situationen am Arbeitsplatz (Stellenbeschreibung und Bedarfsanalyse) - eines Mitarbeiters festgelegt werden. „So ist es uns möglich, realistisch einzuschätzen, ob ich den Kandidaten mit einer bestimmten Maßnahme mit 20, 40 oder 60 Terminen dem langfristigen Soll näher bringen kann“, erläutert Gabriele Eilert-Ebke.

    Manchmal, sagt sie, sei es nicht einfach, im Gespräch mit den Mitarbeitern den jeweiligen Bedarf herauszuhören. Schließlich kämen dabei oft noch schulische Größen wie reine Grammatikorientierung etc. zum Tragen. Bei längerer Auseinandersetzung mit dem Thema werde dann aber deutlich, dass dazu noch ganz andere Dinge wie interkulturelle Skills, Persönlichkeitsmerkmale und Kommunikationstechniken gehören. Auf Stellgrößen wie Grammatik lasse sich werksinternes Fremdsprachentraining nämlich nicht mehr reduzieren. „Wichtig ist, das sprachliche Wissen als ein Bestandteil zu sehen, der andere Prozesse untermauert, die verstärkt im kommunikativen Bereich liegen. Aber ich darf diese nicht zum ausschließlichen Ziel machen, sondern muss sie so bewerten wie sie dem Prozess angemessen zuzuordnen sind.“

  • Frau Eilert-Ebke ist stellvertretende Leiterin der Fortbildung bei Henkel, Vorsitzende von ERFA Wirtschaft Sprache und Mitglied im Fachbeirat der „Sprachen & Beruf“.

    Winfried Albrink, Leiter Fortbildung bei Henkel, stellt im Rahmen der Podiumsdiskussion am 23. April Qualitätsstrategien seines Unternehmens vor.

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