Newsletter "Fremdsprachen und mehr" - aktuelle Informationen rund um Sprachen und Kultur
1. Lernen in Unternehmen - Sprachen sind Schlüsselkompetenz
2. Fingerfertigkeiten: Das Handwerk von Gebärdensprachdolmetschern
3. Spuk um Mitternacht: Dick und Doof sprechen deutsch!
4. Mit COMENIUS Europa entdecken: Fremdsprachenprojekte im Schulbereich
5. Linktipps
1. Lernen in Unternehmen - Sprachen sind Schlüsselkompetenz
Sprachtraining in Unternehmen: Seminar am 24. September 2004, Hotel Europe, Stuttgart
Kompetenz in Fremdsprachen hat in den letzten zwei Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Fast jedes deutsche Unternehmen, das im ausländischen Markt agiert, würde Sprachkompetenz im Englischen der Mitarbeiter als „sehr wichtig“ einstufen. Aber da das Lernen einer Sprache meist länger als eine IT-Schulung dauert und dafür auch viel kostenintensiver ist, wird am Englischunterricht im Unternehmen oft gespart. Die Frage ist also, wie Fremdsprachentraining kostengünstiger gestaltet werden kann.
E-Learning und Blended-Learning-Ansätze könnten eine Alternative zu traditionellen Sprachkursen sein. Die Phillips Learning GmbH, spezialisiert auf Sprach- und Kommunikationskompetenzen in Unternehmen, setzt bei ihren Angeboten verstärkt auf die Integration von Lerntechnologie. Timothy Phillips, Unternehmensgründer und selbst ehemaliger Englisch-Trainer, plädiert dafür, E-Learning und Blended Learning als eine unter mehreren Möglichkeiten zu sehen: „Die Einführung eines E-Learning-Systems ist eine große Herausforderung für das Management. Dahinter stehen umfassende Strukturveränderungen und auch viele gedankliche Veränderungsprozesse. Die eigentliche Herausforderung, um langfristig die Fremdsprachenkompetenz der Mitarbeiter zu verbessern, liegt jedoch woanders.“
Um diese Herausforderung an Personaler und Trainer geht es in dem eintägigen Workshop, den Phillips Learning mit der ICWE GmbH am 24. September in Stuttgart veranstaltet. Personalentwicklern, die für Fremdsprachentraining verantwortlich sind, werden neue Lernkonzepte und eine Reihe von unterstützenden Trainingsmaßnahmen vorgestellt.
Die Teilnehmer setzen sich mit Themen wie Return-on-Investment (ROI) im Sprachentraining, Vor- und Nachteile von unterschiedlichen Blended Learning Ansätzen bzw. die politische Positionierung von Sprachentraining im Unternehmen auseinander. Der Workshop umfasst auch bekannte Themen wie Bedarfsanalyse und Kriterien zur Auswahl von Sprachtrainingsanbietern. Fallbeispiele, Berichte und Erfahrungen von Unternehmen wie 3M, Bosch, Henkel, ZF Friedrichshafen, RWE-Dea und von mittelständischen Unternehmen werden den Teilnehmern viele Möglichkeiten geben, die neuen Ideen auf ihre Qualität zu untersuchen.
Für weitere Details zum Programm bzw. zur Anmeldung:
http://www.icwe.net/seminare
Die Phillips Learning GmbH wurde 2002 gegründet. Referenzkunden sind u. a. 3M Deutschland, Robert Bosch GmbH, RWE-Dea GmbH, ZF Friedrichshafen AG. Phillips Learning ist europäischer Vertreter des C.A.T.S. Corporate English E-Learning-Systems, das sie mit konzipiert und entwickelt hat.
www.phillips-learning.com
http://www.icwe.net/seminare
http://www.languages-media.com
2. Fingerfertigkeiten: Das Handwerk von Gebärdensprachdolmetschern
Gebärdensprachen sind natürliche Sprachen, die in einigen Ländern bereits den Status einer eigenständigen Sprache haben. Die Sprechergruppen sind zwar jeweils klein, der Bedarf an professionellen Dolmetschern ist jedoch groß. Inzwischen bieten einige Hochschulen das Gebärdendolmetschen als Diplomstudiengang an.
Informationsübermittlung durch Zeichen
„Vom Mund zum Ohr auf dem Strahle der elektrischen Kraft“ so oder ähnlich beschrieb man in der Pionierzeit des Radios diese neue Art der Informationsübermittlung. Was aber, wenn die Übertragung fehlschlägt, weil der Hörsinn gar nicht oder nur unzureichend funktioniert? Wie erreichen Informationen trotzdem ihr Ziel, nämlich unser Gehirn?
Für das Ohr springt das Auge ein. Eine Art der Kommunikation unter Gehörlosen und zwischen Gehörlosen und Hörenden ist die Gebärdensprache. Die Deutsche Gebärdensprache (DGS) basiert im wesentlichen auf ca. 30 Handformen sowie etwa einem Dutzend verschiedener Ausführungsstellen; hinzu kommen verschiedene Bewegungsrichtungen, Bewegungsformen (Gerade, Wölbung, Kreis) sowie Bewegungsqualitäten (Tempo, Intensität, Umfang, Wiederholung). Aus diesen Grundelementen können fast alle Zeichen der DGS gebildet werden, oft werden die Zeichen auch noch durch nicht-manuelle Zeichen, wie z.B. bedeutungstragende Mimik oder Körperhaltung ergänzt.
Das Studium
Der Beruf des Gebärdensprachdolmetschers ist in Deutschland in den letzten 30 Jahren entstanden. Die Universitäten Berlin und Hamburg sowie die Fachhochschulen Magdeburg und Zwickau bieten einen Vollzeit-Diplomstudiengang an. Am Staatlichen Prüfungsamt für Übersetzer/innen und Dolmetscher/innen in Darmstadt kann man, unabhängig von einer Ausbildung, die Staatsprüfung für Gebärdensprachdolmetscher/innen ablegen.
Über die Studieninhalte kann man sich auf folgenden Seiten informieren:
Hochschule Magdeburg-Stendal
http://www.hs-magdeburg.de
Westsächsische Hochschule Zwickau
http://www.fh-zwickau.de
Humboldt-Universität zu Berlin
http://www.hu-berlin.de
Universität Hamburg
http://www.uni-hamburg.de
Der Einsatz
Gebärdensprachdolmetscher werden häufig für das sogenannte Community Interpreting eingesetzt, d.h. bei Behörden, Ärzten oder in Einstellungsgesprächen. Auch die meisten Gehörlosenvereine beschäftigen eigene Dolmetscher. Das Dolmetschen bei Fachtagungen oder in Bildungseinrichtungen ist eher noch eine Seltenheit.
In den Medien, wie z. B. im TV, ist das Gebärdensprachdolmetschen auch unterrepräsentiert. Nur wenige Sendungen, wie z. B. Nachrichten, werden simultan gedolmetscht. Häufiger kommen Untertitel zum Einsatz. Mit den unterschiedlichen Möglichkeiten, Gehörlosen oder Hörgeschädigten den Zugang zu den audiovisuellen Medien zu ermöglichen, beschäftigt sich die 5. Languages & The Media (www.languages-media.com), eine internationale Konferenz, die vom 3. 5. November 2004 in Berlin stattfindet. Zwei Veranstaltungen zum Thema am Donnerstag, den 4. November, werden in die deutsche Gebärdensprache übersetzt. Die Sessions können auch separat von der Konferenz gebucht werden. Weitere Informationen gibt es auf der Konferenz-Webseite unter http://www.languages-media.com.
Der Berufsverband der Gebärdensprachdozenten Berlin-Brandenburg ist Aussteller auf der 17. EXPOLINGUA Berlin (12. 14. November, www.expolingua.com). Wer neugierig geworden ist, kann sich vor Ort zur Gebärdensprache und über das Berufsbild des Gebärdensprachdolmetschers informieren. Am Sonntag wird es zwei Mini-Sprachkurse in der Deutschen Gebärdensprache (DGS) geben.
Mehr Infos:
Bundesverband der Gebärdendolmetscher
http://www.bgsd.de
The Royal National Institute for Deaf People
http://www.rnid.org
Berufsverband der Gebärdensprachdozenten Berlin/Brandenburg e. V.
http://www.bgdbb.de
Deutscher Schwerhörigenbund (DSB)
http://www.schwerhoerigen-netz.de
European Union of the Deaf
http://www.eudnet.org
Deaf and Sign Language Research Team Aachen
http://www.gebaerdensprache.de
Taubenschlag, das Portal für Gehörlose und Schwerhörige
http://www.taubenschlag.de
3. Spuk um Mitternacht: Dick und Doof sprechen deutsch!
Filmstars wie Stan Laurel und Oliver Hardy mühten sich Anfang der dreißiger Jahre als Dick und Doof in Hollywood-Produktionen auch mit der deutschen Sprache ab.
Eine kürzlich ausgegrabene deutsche Version des Films „Spuk um Mitternacht“ zeigt Laurel und Hardy wackeres Ringen mit deutschen Lauten. Um den Tonfilm international vermarkten zu können, wurden Versionen in fünf Sprachen hergestellt, darunter eben auch das Deutsche. Die Ergebnisse überzeugten jedoch wenig und die Produktion mit vielen internationalen Komparsen war teuer. Die Synchronisation setzte sich durch.
"Spuk um Mitternacht" ist am 26. und 27. Oktober in der restaurierten Version im Filmmuseum München zu sehen (http://www.stadtmuseum-online.de/filmmu.htm).
Mehr Infos zu Dick & Doof
Laurel and Hardy offizielle Internetseite
http://www.laurel-and-hardy.com
Laurel and Hardy Tribute Page
http://www.laurelnhardy.co.uk
Das ZDF berichtete über den kuriosen Fund. Hier können Sie den "aspekte"-Beitrag lesen:
http://www.zdf.de/ZDFmt/mediathek/0,3496,MT-2177014,00.html
4. Mit COMENIUS Europa entdecken - Fremdsprachenprojekte im Schulbereich
In einer Fremdsprache schreiben oder sprechen und damit zu deren Gebrauch motivieren diese Absicht verfolgen COMENIUS-Fremdsprachenprojekte im Rahmen des SOKRATES-Programms der EU, bei denen Schülerinnen und Schüler aus zwei europäischen Staaten für ein Schuljahr gemeinsam ein Projekt bearbeiten.
Dass dies auch bei einer vermeintlich trockenen Materie gelingen kann, zeigt das »EAGLES«-Projekt (English and German Legal Education Studies), das im Schuljahr 2002/2003 zwischen dem Oberstufenzentrum Ostprignitz-Ruppin in Neuruppin und dem Ridge Danyers College in Stockport (England) durchgeführt wurde: An einem geradezu klassischen Fallbeispiel Nachbar X fühlt sich durch die bellenden Hunde von Nachbar Y in seiner Nachtruhe gestört verglichen die beteiligten deutschen und englischen Jugendlichen die Rechtssysteme beider Staaten und erstellten eine umfangreiche zweisprachige Broschüre mit den Ergebnissen ihres Vergleichs. Begeistertes Fazit der beteiligten Schülerinnen und Schüler: »Eine fantastische Idee. Derartige Projekte sollten unbedingt fortgesetzt werden.«
Wer mehr über EAGLES und COMENIUS-Fremdsprachenprojekte erfahren möchte oder sich für andere Fördermöglichkeiten des SOKRATES-Programms im Schulbereich interessiert (z.B. COMENIUS-Schulpartnerschaften, COMENIUS-Lehrerfortbildung, COMENIUS-Sprachassistenten), wird auf der EXPOLINGUA vom 12. bis 14.11.2004 in Berlin am Stand der EU-Kommission umfassend informiert (http://www.expolingua.com). An allen drei Messetagen steht dort ein Vertreter des Pädagogischen Austauschdienstes (PAD) der Kultusministerkonferenz für Fragen rund um den Austausch im Schulbereich zur Verfügung. Der PAD ist in Deutschland als Nationale Agentur für das SOKRATES-Programm im Schulbereich verantwortlich. Am 12.11. (ganztägig) und 13.11. (10 bis 14 Uhr) wird sich zudem das EAGLES-Projekt am Stand präsentieren.
Ergänzt wird das Informationsangebot durch einen Vortrag zum Thema „Mit COMENIUS Europa entdecken“ im Rahmen des EXPOLINGUA-Fachprogramms (Termin: 12.11., von 11.30 bis 12.20 Uhr, www.expolingua.com).
Mehr Infos
http://www.kmk.org/pad/sokrates2
http://www.oszopr.de/FramesetProjekte.htm
http://www.expolingua.com
5. Linktipps
Sprachen Lernen online und kostenlos: Zahlreiche Online-Übungen, Kurse und Lernmaterialien zu verschiedenen Sprachen gibt es im Lernportal der BBC, UK:
http://www.bbc.co.uk/learning/library/languages.shtml
Arabische Schrift und Sprache: hinter dem etwas prosaischen Titel verbirgt sich eine umfangreiche Webseite zur Arabischen Sprache mit Wörterbuch, Lernhilfen, Informationen zur Sprache und Kultur sowie zahlreichen Links:
http://www.chj.de/index.html
Deutsch unterrichten mit DW World: Kostenlose Sprachkursmaterialien der Deutschen Welle für DaF-Lehrer gibt es für Anfänger und Fortgeschrittene, für Wirtschaftsdeutsch und die Alltagssprache. Audiodateien und Manuskripte können kostenfrei heruntergeladen werden:
http://www.dw-world.de/english/0,1594,2815,00.html
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http://www.expolingua.com, http://www.sprachen-beruf.com.
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