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1. Sprachen im Film: "Gegen die Wand" gewinnt Deutschen Filmpreis

2. Feuer und Flamme für Athen: Griechisch lernen im Geburtsland von Olympia

3. Höher, weiter, schneller: Olympia in Beijing 2008

4. Weiterbildung als Chance: Sprachen lernen für den Job

5. Zehn Länder, neun Sprachen: EU-Sprachfamilie wächst

6. Unser Linktipp: Online Sprachführer zur EU-Erweiterung

7. Vortragseinreichung für die 17. EXPOLINGUA Berlin noch bis 1. Juli 2004!




1. Sprachen im Film - "Gegen die Wand" gewinnt Deutschen Filmpreis

Bereits in seinen ersten Filmen erzählte der Regisseur Fatih Akin von den Schwierigkeiten der Integration. Während "Solino" (2002) sich im Rahmen einer Familiengeschichte bewegte und "Kurz und schmerzlos" (1998) im Stil eines Gangsterfilms daherkam, steht in "Gegen die Wand" die Liebe zwischen zwei Außenseitern aus der zweiten und dritten Generation türkischer Einwanderer in Hamburg im Mittelpunkt. Sibel Kekilli, die erst 22-jährige Hauptdarstellerin, gehört dieser Generation an. Besonders im Leben junger, in Deutschland lebender Türkinnen wird die Zerrissenheit zwischen dem oft noch fundamentalistischen Frauenbild des Elternhauses und der westlich geprägten Idee von persönlicher Freiheit schmerzhaft deutlich. Akin versucht dabei, das Dilemma aus der Perspektive aller Beteiligten zu betrachten. Damit erlangt der Film Glaubwürdigkeit und fängt trotz gelegentlicher Melodramatik authentisch ein Stück deutsch-türkische Realität ein. Akin und seine Akteure erhielten dafür am vergangenen Freitag gleich fünf Kategorien den Deutschen Filmpreis in Gold.

Echtheit erreicht der Film auch auf sprachlicher Ebene. Es wird zum großen Teil Türkisch gesprochen, die Passagen sind deutsch untertitelt. Während Akin die Zweisprachigkeit in seinem Film bewusst als künstlerisches Mittel einsetzt, werden die meisten Filme in Deutschland synchronisiert oder untertitelt, bevor sie im Kino oder TV zu sehen sind. Wie und mit welchen unterschiedlichen Zielen Filme, DVD, Video und Hörfunk die Sprache in ihren Produktionen bearbeiten, damit beschäftigt sich die 5. Languages & the Media, eine internationale Konferenz für Sprachen in den audiovisuellen Medien, die vom 3. - 5. November 2004 in Berlin stattfindet.

Themen der Fachkonferenz sind u. a. Unter- und Übertitelung (auch für Hörgeschädigte), Sprachenpolitik in den Medien, Screen Translation und Synchronisation. Die Konferenzsprache ist Englisch. Arte und die Deutsche Welle sind Kooperationspartner der Languages & the Media.
Bis zum 30. Juni 2004 gilt noch der Frühbucherpreis von 310 Euro für die Teilnahme
(ab 1. Juli 390 Euro).

Informationen zum Programm und Anmeldung unter http://www.languages-media.com





2. Feuer und Flamme für Athen - Griechisch lernen im Geburtsland von Olympia

In Portugal kämpfen im Moment noch 11 Nationalteams um den Titel des Fußball-Europa-Meisters, der am 4. Juli im Endspiel vergeben wird. Doch das nächste sportliche Großereignis wirft bereits seine Schatten voraus. Vom 13. - 29. August finden in Athen die 102. Olympischen Spiele der Neuzeit statt. Rund 11.000 Sportlerinnen und Sportler werden in 28 Sportarten um die begehrten Medaillen kämpfen. Fußball ist übrigens seit 1900 eine olympische Disziplin.

Aber wie steht es mit den Sprachkenntnissen der Olympiateilnehmer und Besucher? Die griechische Sprache hatte auf die Entwicklung der anderen europäischen Sprachen großen Einfluss. In den meisten europäischen Sprachen finden sich zahlreiche griechische Wortwurzeln und sowohl das lateinische als auch das kyrillische Alphabet wurde aus den griechischen Buchstaben entwickelt. Heute sprechen ganze 12 Millionen Menschen Griechisch als Muttersprache. Bei einer Befragung von EU-Bürgern nach ihren Fremdsprachenkenntnissen taucht Neugriechisch, die Amtssprache im Gastgeberland von Olympia 2004, nicht einmal auf.

Zumindest für die olympischen Spiele wurde jetzt Abhilfe geschaffen. Das Olympia-Organisationskomitee Athens 2004 hat ein dreisprachiges Lexikon der Olympischen Begriffe herausgegeben. Mehr als 13.000 Begriffe aus allen 28 olympischen Disziplinen sowie die 500 wichtigsten Begriffe der Paralympics werden in Englisch, Französisch und Griechisch erklärt. Neben der Buchausgabe ist das Lexikon auch als CD-Rom und im Internet unter www.lexique-jo.org erhältlich.

Wer trotzdem gern Griechisch lernen möchte und dazu Land und Leute kennen lernen will, kann dies z. B. in Thessaloniki, einer der ältesten griechischen Städte tun. Die dort ansässige Aristoteles Universität bietet an der School of Modern Greek Language Sprachkurse und Kurse in griechischer Kultur an. Jedes Jahr sind Hunderte von Studenten aus der ganzen Welt zu Gast an der Universität im Nordosten Griechenlands. Nähere Informationen zur School of Modern Greek Language und zum Kursangebot gibt es im Internet unter www.auth.gr/smg. Die Sprachschule wird sich auf der 17. EXPOLINGUA Berlin vom 12. - 14. November vorstellen (www.expolingua.com).

Übrigens, neben dem Besuch eines Sprachkurses könnte man in diesem Sommer auch die Olympiade live verfolgen: Das Kaftanzoglio-Stadium in Thessaloniki ist einer der vier Austragungsorte der Fußball-Wettbewerbe.

http://www.auth.gr/smg/





3. Höher, weiter, schneller - Olympia in Beijing 2008

Auf dem Weg nach Athen machte das olympische Feuer am 8. Juni auch in Peking halt. Doch das war nur ein kleiner Probelauf. Im Jahr 2008, wenn die Olympiade in der chinesischen Hauptstadt stattfindet, soll der längste Fackellauf der Erde ins Reich der Mitte sogar über den Mount Everest führen. Damit sind die Ziele für die Olympia 2008 in Peking gesteckt. Größer, schöner und spektakulärer werden sie sein, die chinesischen Spiele.

Um auf den Besucheransturm aus dem Ausland gut vorbereitet zu sein, sollen die Pekinger Englisch lernen. Wie steht es aber umgekehrt mit den Chinesisch-Kenntnissen der Besucher? Die meisten werden wohl auf ihre Hände und Füße zurückgreifen müssen. Damit sind sie allerdings nicht allein. Aufgrund der zahlreichen Dialekte ihrer Muttersprache verständigen sich auch die Chinesen untereinander häufig per Zeichensprache.

Chinesisch gilt als schwer erlernbare Sprache. Der Aufbau der Sprache auf einer festen Silbenanzahl statt auf einem Alphabet und die unterschiedlichen Tonlagen sind für Sprecher der indogermanischen Sprachen besonders ungewohnt. So kennt bspw. das Mandarin vier Töne, der Schanghai-Dialekt (Wu) zwei ausgeprägte Töne und Kantonesisch (Yue, gesprochen in Guangdong und Hong Kong) verfügt sogar über sechs bedeutungsunterscheidende Tonlagen. Das grammatische System wiederum ist sehr effizient gestaltet. Anzahl, Fall oder Zeit werden durch hinzugefügte kennzeichnende Wörter ausgedrückt, es gibt also keine Artikel, Deklination oder Flexion.

Trotzdem ist die Sinologie einer der anspruchsvollsten Sprachstudiengänge. Die Studenten müssen Jahre intensiven Studiums investieren, um sich in die Zeichen der chinesischen Schriftsprache einzuarbeiten. Die chinesische Regierung unterstützt mit einer Nationalen Agentur (NOCFL) für das Lehren von Chinesisch als Fremdsprache die Verbreitung ihrer Muttersprache im Ausland. Sie gibt Lehrbücher und multimediale Lernmaterialien heraus. Nähere Informationen über die Agentur gibt es auch unter www.hanban.edu.cn (Browser auf chinesische Schriftzeichen umstellen). NOCFL können Sie auch auf der 17. EXPOLINGUA Berlin vom 12. - 14. November kennen lernen (www.expolingua.com). Weitere Links zum Sinologie-Studium und zur chinesischen Sprache:

http://sun.sino.uni-heidelberg.de/igcs/index.html
http://www.lsi-nrw.de/daslsi/portrait/index.html
http://www.lsi-nrw.de/chinesisch/linksammlung.html
http://www.sinologie.uni-trier.de/
http://www.hsg-ev.de/links.html
http://www.fu-berlin.de/sinologie/silink.htm
http://www.asinah.net/chinese.html
http://www.chinafokus.de/themen/themen.php?kaid=44

http://www.hanban.edu.cn



4. Weiterbildung als Chance - Sprachen lernen für den Job

Über die Hälfte aller Menschen in Deutschland bildet sich neben dem Beruf, dem Studium und der Ausbildung beruflich weiter. Das hat eine aktuelle Studie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zum Weiterbildungsverhalten der Deutschen ergeben (www.bmbf.de/de/1366.php).

Bei den jüngeren Arbeitnehmern und Auszubildenden sind es sogar über zwei Drittel, die auf zusätzliche Qualifikationen neben dem klassischen Berufsabschluss oder der akademischen Ausbildung setzen. Sie begreifen die Weiterbildung als Chance, ihre Position auf dem Arbeitsmarkt deutlich zu verbessern. Lebenslanges Lernen ist hier also längst kein Fremdwort mehr.

Fremdsprachenkenntnisse sind in vielen Unternehmen Schlüsselqualifikation von Arbeitnehmern. Das gilt längst nicht mehr nur für international tätige Konzerne. Die Globalisierung der Wirtschaft betrifft zunehmend auch kleine und mittlere Betriebe. Neue Absatzmärkte müssen erschlossen werden, und um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, sind Fremdsprachenkenntnisse unabdingbar.

Fremdsprachliche Qualifizierung wird damit zum wichtigen Bestandteil der Personalentwicklung. Welche Anforderungen diese veränderten wirtschaftlichen Bedingungen an Personalentwickler in Unternehmen stellen und wie sprachliche Qualifikation effizient in Weiterbildungsstrategien integriert werden kann, erläuterte Dr. Reinhold Weiß vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in der Eröffnungsveranstaltung der Sprachen & Beruf 2004. Lesen Sie dazu ein Interview mit Dr. Weiß.


http://www.sprachen-beruf.com/Sprachen_im_Beruf.htm




5. Zehn Länder, neun Sprachen - EU-Sprachfamilie wächst

Seit Anfang Mai gibt es in der Europäischen Union insgesamt 20 offizielle Amtssprachen. Mit dem Beitritt von Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, der Slowakei, Slowenien, der Tschechischen Republik, Ungarn und Zypern kamen neun Sprachen hinzu. Damit bekam auch die Verwaltung der EU in Brüssel und Luxemburg mehr zu tun. Tausende von Dokumenten, Gesetzestexten und Mitteilungen werden in die Muttersprachen der Mitgliedsländer übersetzt. Allein 2003 waren es z. B. 1 416 817 Seiten.

Insgesamt arbeiten etwa 1.800 Übersetzer, Sprachexperten, Sekretärinnen bzw. Sekretäre und technisches Personal bei der Generaldirektion (DG) Übersetzung. Schon jetzt ist der Sprachendienst weltweit der größte seiner Art. Dabei sind die Mitarbeiter dort nur für schriftliche Übersetzungen zuständig, für das Dolmetschen, die Übertragung des gesprochenen Wortes, gibt es einen Dolmetscher- und Konferenzdienst (SCIC).

Damit ist für die effiziente Kommunikation der Verwaltungen und Regierungen der Mitgliedsländer gesorgt. Aber wie sieht es mit der Verständigung der EU-Bürger untereinander aus? Vom vielbeschworenen Ideal des dreisprachigen EU-Bürgers sind wir noch weit entfernt, wie Umfragen zu den Sprachkenntnissen in den einzelnen Ländern zeigen. Englisch führt weit vor den anderen Sprachen die Rangliste an, als Fremdsprache in der schulischen Ausbildung der meisten EU-Bürger, aber auch als die Kommunikationsbasis im wirtschaftlichen und kulturellen Austausch.

Die neuen Sprachen in der Europäischen Union werden jedoch kaum über die Landesgrenzen hinaus gesprochen. Anders zeigt sich die Situation hingegen in den Beitrittsländern. Arbeiten können die Menschen z. B. aus Polen, der Tschechischen Republik oder Ungarn zwar noch nicht überall, trotzdem haben viele bereits die Sprachen der europäischen Nachbarn gelernt. Das Interesse an Sprachkursen, Praktika und Studienplätzen im Ausland ist groß. Das zeigen auch die steigenden Besucherzahlen z. B. der EXPOLINGUA Praha (www.expolingua.cz, 5. - 6. November 2004), einer internationalen Messe, auf der Schüler, Studenten, Fremdsprachenlehrer und andere Sprachinteressierte sich über Angebote zum Studieren und Lernen im Ausland informieren. Das Deutsche zählt unter den Besuchern übrigens nach dem Englischen zu den gefragtesten Sprachen.

Die Europäische Kommission/Generaldirektion Bildung und Kultur wird auf der 14. EXPOLINGUA Praha mit einem Stand vertreten sein.

http://europa.eu.int/comm/dgs/education_culture/index_de.htm




6. Unser Linktipp: Online Sprachführer zur EU-Erweiterung

Um zumindest im Kommunikationsalltag in den Beitrittsländern nicht ganz sprachlos dazustehen, empfehlen wir den kurier.at-Berlitz Sprachführer zur EU-Erweiterung
Das Online-Portal eröffnet Ihnen den Zugang zu den Sprachen der neuen EU-Mitgliedsländer mit den 400 wichtigsten Vokabeln und Konversationsphrasen in jeder Sprache. Dazu gibt es 50 multimediale Tonbeispiele, die von professionellen Sprechern aufgenommen wurden. Hinweise zur richtigen Aussprache ergänzen das Angebot.

http://www.kurier.at/special/eu25/sprachtest/




7. Vortragseinreichung für die 17. EXPOLINGUA Berlin noch bis 1. Juli 2004!

Mehr Sprachen - Mehr Chancen

Noch bis zum 1. Juli 2004 können Vorschläge für Vorträge im Fachprogramm der EXPOLINGUA Berlin eingereicht werden. Die Messe findet vom 12. - 14. November 2004 im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin statt.

Computer Assisted Language Learning (CALL), Mini-Sprachkurse, Sprachtests, Studieren und Lernen im Ausland und Fremdsprachenberufe sind die Themen des Fachprogramms in diesem Jahr. Ihre Vorschläge können Sie mit Titel und Thema sowie einer Kurzbeschreibung von ca. 100 Wörtern an die ICWE GmbH, Frau Martina Bischoff, info@expolingua.com schicken.

Weitere Informationen zu Ausstellern und dem Fachprogramm gibt es unter http:www.expolingua.com


Der Newsletter wird auf folgenden Seiten archiviert: http://www.expolingua.com, http://www.sprachen-beruf.com.




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